zurück zur Kapitelübersicht

Besiedlung

 

Zurück zum Begriff „Lokator“. Lokatoren waren praktisch Siedlungsunternehmer. Ihre Aufgabe war es, „die Bewirtschaftung durch die Siedler zu kontrollieren und sie zu schützen. Für diese Aufgabe erhielt der Lokator 1 bis 4 Freihufen, während er das Land mit den Hufen der Siedler, welches ihm zur Sicherung übertragen war, als Lehen erhielt. Erst mit der Einführung des Lehnswesens durch diesen Schauenburger Grafen (Anm.: Adolf II) hat sich der Ritterstand gebildet und entwickelt.

 

Auf Grund seiner Aufgabe, die Bauern zu schützen, war der Siedlungsunternehmer gezwungen, im Dorf oder zumindest in unmittelbarer Nähe zu wohnen. Die Pflicht der Verteidigung gegen mögliche Feinde machte es notwendig, daß er seinen Wohnsitz befestigte. Es scheint festzustehen, daß dem Ritter durch den Siedlungsauftrag das Befestigungsrecht zugestanden worden ist. Das ist gut denkbar und war sicher auch notwendig, zumal die Sicherheit im eroberten Kolonisationsland in den ersten Jahrzehnten der Befestigungsperiode, die erst gegen 1250 seinen Abschluß gefunden hat, keineswegs vorhanden war.

 

Man kennt zwei Typen von Befestigungsarten der Ritter aus dieser Zeit. Wohnte er im Dorf zwischen seinen Bauern, so besaß der Adelige eine Hufe, die er mit Wall und Graben wehrhaft machte. Hatte der Ritter dagegen außerhalb des Dorfkerns seinen Wohnsitz, so bestand dieser aus einem auf einer in der Niederung aufgeschütteten Hügel errichteten Wohnturm. Der Turmhügel war durch einen oder mehrere Wassergräben zusätzlich geschützt.“[1]

 

Der in Döhnsdorf eingesetzte Ritter mußte vielleicht, wie seine Standesgenossen in Sehlendorf und Sechendorf, den Weg von Lütjenburg nach Oldenburg schützen, den Ostseebereich absichern und zur Befriedung der wendischen Bevölkerung beitragen.

 

Koppe berichtet von dem „Grundsatz der Grafen, ihre Vasallen in oder unmittelbar neben einer wendischen Siedlung einzusetzen“[2]. In Döhnsdorf gibt es heute noch die Flurbezeichnung Ohlendörp. Befand sich dort eine slawische Siedlung?

 

Döhnsdorf, Sehlendorf und Sechendorf scheinen deutsche Ortsgründungen gewesen zu sein. Kaköhl, Kükelühn, Wasbuck, Wangels und Farve sind slawische Ortsnamen und bei Nessendorf und Barensdorf könnte es sich um slawisch-deutschen Mischnamen handeln. „Die slawisch-deutschen Mischnamen, Ortsnamen mit slawischen Personennamen als Bestimmungswort und einer deutschen Siedlungsbezeichnung, z.B. ‚Dorf‘ als Grundwort, die sich vor allem in den Rückzugsgebieten der slawischen Bevölkerung finden, bezeichneten wahrscheinlich Gründungen oder Besitz slawischer Bauern oder Adliger unter deutscher Oberhoheit“[3].

 

zurück zur Kapitelübersicht

 



[1] Konrad Wenn. ebda.

[2] Wilhelm Koppe. ebda.

[3] Antje Schmitz, Die Orts- und Gewässernamen des Kreises Ostholstein, Wachholtz Verlag, Neumünster, 1981 und Antje Schmitz, Die Orts- und Gewässernamen des Kreises Plön, Karl Wachholtz Verlag, Neumünster, 1986.

webcounter