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Der Name Döhnsdorf

 

Döhnsdorf kann von einem Lokator besiedelt worden sein, dessen Name sich von „Antonius“ ableiten läßt.

 

 

Antje Schmitz:[1]

 

„ 71. Döhnsdorf O

Dorf w. Oldenburg, ehem. Ritterburg (Motte).

 

1329 Elerus de Donestorpe (Civ. 54), 1330 Luderus de Donestorpe (Civ.54), 1340 in villis.. Donestorpe (LA, Urk.-Abt. B 49, Trs. 1382), 1433 In Donstorpe (Lüb.Zehntreg. 553), 1603 Donnsdorf (RA, Privatarkiver, Henning Pogwisch til Farve), 1649/52 Donsdorp, Dönsdorp (Mejer K 31, Danckwert 210), 1855 Döhnsdorf (SB 1, 333); ma. dönsdö b.

Slaw.FlN: Rockien (SB 1, 333).

Da es sich bei Hasse (SHRU III 1083) bei der Form von 1340/Trs.1382 – Denestorpe um eine Verlesung handelt, liegt entgegen Dohm 35 auch kein PN Dene, Danius (Fm.1,401) als BW vor, sondern wahrscheinlich eine zum altröm. Geschlechternamen Antonius gehörende Namenform (vgl. W. Laur HO 85), vgl. Donius, Dön, Tonius, Tönni(e)s (Gottschald DNK 169), 1659 Tönnies v. Buchwaldt b Farve OH (Oldekop 1 VII, 34). Nach Bahlow (DNL 98, 520) sind Formen mit D- im Anlaut obd., vgl. aber die Überlieferung von einem Dönieshuus, einer Antoniuskapelle in Bohmstedt/Nordfriesld. (freundliche Auskunft von Herrn Dr. Laur). Zum Abfall der ersten Silbe (§ 52); s.+Dalugenrode (Nr. 61)."

 

Eventuell wurde Döhnsdorf aber auch, Jahre nach Gründung des Ortes, zu Ehren Graf Adolf IV. oder durch seine Einflußnahme benannt bzw. umbenannt. „Graf Adolf IV. verzichtete 1239 zugunsten seiner Söhne Johann und Gerhard auf die Regierungsgeschäfte und trat als Franziskanermönch in das von ihm gegründete Maria-Magdalena-Kloster in Hamburg ein, erhielt die Priesterweihe und starb 1261 in dem ebenfalls von ihm gegründeten Marienkloster in Kiel. Die namentlich überlieferten von ihm gestifteten Kirchen sind daher sämtlich Franziskanerheiligen geweiht: Neustadt dem Hlg. Franziskus, Blekendorf der Hlg. Clara, Neukirchen dem Hlg. Antonius v. Padua“[2]. In Neukirchen fand in früherer Zeit „alljährlich der Tönnies-Markt statt und eine Tönnies-Gilde hat sich im Jahre 1970 neu gegründet“[3].

 

Undenkbar ist ein Einfluß Graf Adolf IV. auf die Namensgebung Döhnsdorfs also nicht.

 

Lt. Antje Schmitz handelt es sich bei Hasse „bei der Form von 1340/Trs.1382 – Denestorpe – um eine Verlesung“.[4]

 

Abdruck bei Hasse[5]: Dort werden die Orte „Peterstorpe, Hermelstorpe, Moysmerstorpe, Grammendorpe, Denestorpe und Verwe“ genannt, als Johann, Graf von Holstein und Stormarn am 1. November 1340 eine Vikarie im Schlosse zu Plön stiftet.

 

Fr. Böttger schreibt daher noch (1925):[6]

 

„Döhnsdorf (Donstorpe), Dünendorf. Aus der alten Form leitet Dohm: denstorpe 1340 und 1344, von Dene, Danius, Fm. her“

 

Böttger meint, daß Döhnsdorf „auch von den Dünen am Strande den Namen haben“ kann.[7]

 

„Donn, Dunn: (nd) = Dünung; Auftürmen (von Wolken, Wasser und Sand)

                                 allgemein = Düne.

                                 Donn, Hochdonn, St. Michaelisdonn, Averlakerdonn.“[8]

 

In der Neuauflage seines historischen Ortnamenlexikons hat Laur die Interpretation von Antje Schmitz übernommen:

 

„Döhnsdorf Oh (amtsfreie Gem. Wangels) Dorf. nd. Döhnsdörp – 1329 (Civilitates 54) de Donestorpe, 1340 (LAS.Urk.-Abt. B 49, Transs. 1382) in villis ... Donestorpe – „Dorf-mnd. dorp, nnd Dörp- des Dönies“ als nd. Form zu Antonius (vgl. Lv.228 S.84).“[9]

 

Denkbar ist es aber auch, das die Neusiedler den Ortsnamen aus ihrer alten Heimat mitbrachten, denn im Kreis Grafschaft Diepholz (Niedersachsen) gibt es die Orte Donstorf und Barnstorf. Die frühere Postanschrift lautete: Donstorf über Barnstorf Bz. Bremen.[10]

 

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[1] Antje Schmitz, ebda.

[2] Christoph Frommhagen, Das Kirchspiel Neukirchen und seine Kirche, JBO

[3] Christoph Frommhagen, ebda.

[4] Antje Schmitz, ebda.

[5] SHRU Bd. III Nr. 1083, bearb. und hrsg. von P. Hasse, Hamburg/Leipzig 1886-1896.

[6] Fr. Böttger, Aus dem Winkel, Heimatkundliches aus dem Kreise Oldenburg, 1925

[7] Fr. Böttger. ebda.

[8] Otto Clausen, Flurnamen S-H, 1952

[9] Wolfgang Laur, Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2., völlig veränderte und erweiterte Auflage, Karl Wachholtz Verlag.

[10] Müllers Ortsbuch, 11. Auflage, 1956.

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