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10 Jahre Heimat und Geschichtsverein Döhnsdorf






Projekte und Ortsgestaltung:




Die Döhnsdorfer Burg


Die berühmte Lütjenburger Turmhügelburg ist erst vor einigen Jahren neu entstanden. Dort ist man dabei, eine Holsteiner Burganlage

zu rekonstruieren. Wir haben in Döhnsdorf ein 700jähriges Original! Allerdings wirkt diese Anlage auf den ersten Blick nicht so

spektakulär, weil die Gebäude der Burg natürlich vergangen sind. Geblieben ist der Turmhügel selbst mit dem ehemaligen Wassergraben.

Ein ganz besonderes Denkmal.





Wir haben auf der Anlage Pflegemaßnahmen durchgeführt (Entbuschung, Beweidung mit Schafen), damit sich der Betrachter ein Bild

von dieser historisch wertvollen Anlage machen kann.Wer sich in Ruhe über die Döhnsdorfer Burg informieren will, kann das auf dem

kleinen Rastplatz tun, den der Verein dort angelegt hat. Im November 2003 wurde dort die von Herrn Hammon gestaltete

Informationstafel des Archäologischen Landesamtes angebracht. Gäste unserer Einweihungsfeier, die fand „In de Schüün“ bei Kurt Lenck

statt, waren Bürgermeister Kloth, Herr Bauch vom Archäologischen Landesamt und Hinrich Scheef.


Email-Straßenschilder


Döhnsdorf ist ein kleines Dorf. In der Vergangenheit gab es hier wohl nur aus Holz gefertigte Hinweisschilder auf den nächsten Ort. Dann

kamen die modernen Straßenschilder. Als einen Beitrag des Vereins zur Verschönerung des Dorfes haben wir uns 2007 für die Anschaffung

von Email-Straßenschildern in historischer Form entschieden.





Informationstafeln


Seit 2009 weisen Hinweisschilder auf interessante Dorfgebäude hin. Die Schule und je ein Bauernhaus, ein Instenhaus und Handwerkerhaus

wurden mit einer Hinweistafel versehen.












Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert (Baujahr unbekannt)



Die Hufe um 1900; Bildmitte: Sophie und Gustav Rath.


Die landwirtschaftlichen Betriebe der Bauern (Hufner) wurden früher Hufen genannt. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft (1805) wurden die Stellen in Zeitpacht vergeben (Pachtturnus 5 Jahre). Die Hufner der zum Gut Weißenhaus gehörigen Dörfer Döhnsdorf und Wasbuck hatten vertraglich festgelegte Hand- und Spanndienste zu leisten (z.B. Pflugtage, Erntetage, Korn- und Holzfuhren) und mussten die hauptsächliche Last für das dörfliche Zusammenleben tragen. So hatten sie – um nur einige Beispiele zu nennen – die Wege zu unterhalten, die Fuhren für die Insten, Tagelöhner oder armen Leute zu verrichten (die hatten ja keine eigenen Gespanne) und das Dienstland des Schulmeisters zu bearbeiten.


Es gab in Döhnsdorf 5 Bauernstellen mit einer Größe von je etwa 38-40 Hektar. Diese Hufe wurde ab 1912 von Karl Jipp bewirtschaftet und befindet sich in 3. Generation im Familienbesitz. 1927 wurden die zum adligen Gut Weißenhaus gehörenden Dörfer Döhnsdorf und Wasbuck an die Höfebank in Kiel zu Siedlungszwecken verkauft. Erst danach konnten die Bauern Eigentümer ihrer Höfe werden.



Döhnsdorfer Heimat- und Geschichtsverein e.V. im Jahre 2008










Schule (erbaut um 1830)


Vorn im Bild Lehrer Haydt mit Frau und Tochter – Aufnahme um 1914.


Das ursprünglich mit Rohr gedeckte Schulhaus wurde um 1830 erbaut und 1848 nach Norden vergrößert. Schulpatron war seinerzeit der Besitzer des Gutes Weißenhaus. Dem Hansühner Pastor oblag die Schulaufsicht, er war Schulinspektor. Im Schulzimmer (11,20 m Länge, 7,21 m Breite und 3,02 m Höhe mit 7 Fenstern, 5 nach Westen und 2 nach Norden, geheizt durch einen Kachelofen) wurden 1877 insgesamt 65 Kinder unterrichtet.


Im Jahre 1829 wurde Marcus Mester Lehrer an dieser Schule. In der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 – 1851 wurde er als Abgeordneter in die Landesversammlung gewählt. In der Folgezeit wurde der Demokrat Mester vom Dienst suspendiert und 1854 ohne Pension aus dem Schuldienst entlassen.


Nach dem 2.Weltkrieg erhöhte sich die Schülerzahl durch den Flüchtlingszuzug auf 113 Kinder im April 1946 und stieg sogar auf 135 Kinder zu Ostern 1949.


Die Schließung der Schule erfolgte im Sommer 1968. Der letzte Lehrer dieser Schule war Kurt Pfeiffer. Das Schulgebäude wurde im Oktober 1971 verkauft. Veräußert wurde auch der Schulwald, der - von dem Lehrer Paul Fritz ins Leben gerufen – zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte.


Döhnsdorfer Heimat- und Geschichtsverein e.V. im Jahre 2008










Handwerkerhaus (Baujahr 1793)


Wilhelm Makoben mit Tochter Emmaund Ehefrau Antje Makoben; daneben eine unbekannte

Person mit Kind.


Das Haus mit dem dazugehörigen Werkstattgebäude ist das älteste im Original erhaltene Haus in Döhnsdorf. In dem sog. Rauchhaus (es gab keinen Schornstein; der Rauch zog durch das Dach ab) wohnten 1867 zwei Familien. Es gab 3 heizbare Stuben, 4 nicht heizbare Kammern, die Vordiele mit Herd und Raum für 2 Kühe und 2 Schweine. Zu dem Wohnhaus – die Wände bestanden aus Tafelwerk, Lehm und Ziegeln; das Dach war mit Stroh gedeckt – gehörte eine geräumige Hofstelle mit Gartenland.

Im Nebengebäude befanden sich die Werkstätte und das Holz-lager des Rademachers. Ab 1894 wurde die Stellmacherei bis in das Jahr 1957 von der Familie Makoben betrieben.


Das Foto zeigt Wilhelm Makoben und seinen Gesellen. Bearbeitet wird gerade Rüsternholz (Ulme).


Döhnsdorfer Heimat- und Geschichtsverein e.V. im Jahre 2008










Instenhaus „Nogelkassen“ evtl. aus dem 18. Jahrhundert

(Baujahr unbekannt)

Das Foto zeigt die alte Dorfmitte mit dem langgestreckten Instenhaus.

Gerade wird der „Röttendiek“ eingeebnet (im Vordergrund das „ole Sprüttenhus“).

Der alte Döhnsdorfer Dorfteich musste 4 m tief ausgebaggert werden.


Früher hatten viele Häuser Namen. Für dieses typische Instenhaus ist aus alten Erzählungen der Name „Nogelkassen“ überliefert. Die originale Balken-konstruktion ist auf der linken Seite des Hauses noch erhalten.


Nach dem Verkauf des Dorfes an die Höfebank wurden 1930 folgende Stellen geschaffen: 5 Hufenstellen, Krugstelle (ca. 20 ha), 4 Katenstellen (je 10 ha) und 14 Instenstellen (je 2-3 ha).


Zur Zeit der Leibeigenschaft, die zum 1.1.1805 abgeschafft wurde, lebten nach dem Volkszahlregister von 1803 in Döhnsdorf 45 Familien mit insgesamt 197 Personen. Den größten Teil der Dorfbevölkerung stellten die Insten, die bei der Volkszählung 1864 (27 Gebäude, 53 Familien, 260 Einwohner) einheitlich als Tagelöhner bezeichnet wurden.


In einem Instenkontrakt aus dem Jahre 1857 – die Pacht lief immer auf ein Jahr von Maitag zu Maitag – heißt es u.a.:

Er „übernimmt die Unterhaltung der Fensterscheiben, ferner der Lehmwände und aller kleinen Reparaturen seiner Wohnung. Er unterhält die Befriedigungen seines Gartens und der Hofstelle, muß den Boden seiner Wohnung stets von Mist, Erde und Kraut frei, auf Ordnung und Reinlichkeit in und außer Hause halten.“


Döhnsdorfer Heimat- und Geschichtsverein e.V. im Jahre 2008















Plattdeutsche Ortsschilder


Plattdeutsch war in der Vergangenheit die Sprache der Döhnsdorfer. Auch heute ist die plattdeutsche Sprache hier nicht ausgestorben.

Wir haben mehrsprachige Ortstafeln angeschafft, die im Jahre 2010 aufgestellt werden.


Bild(er) folgen demnächst



Norbert Kahl im Januar 2010

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