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Norbert Kahl

Feuerschutzbestimmungen vor 150 Jahren in den Zeiten der Gutsherrschaft

Januar 2007




100 Jahre Freiwillige Feuerwehr

Döhnsdorf-Weißenhaus



Feuerschutzbestimmungen vor 150 Jahren in den Zeiten der Gutsherrschaft



Vor der Freiwilligkeit des Feuerschutzes durch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Döhnsdorf-Wasbuck im Jahre 1907 waren alle Pächter durch ihre Kontrakte dazu gezwungen, sich an der Brandstelle einzufinden.


In Döhnsdorf galt, es 26 Häuser mit den entsprechenden Scheunen und Ställen zu schützen, die allesamt mit Stroh gedeckt waren.




(Auszug aus einem Instenkontrakt – Original im Landesarchiv Schleswig)




In den Instenkontrakten war folgendes festgelegt:


Auf Feuer und Licht hat Häurer genau zu sehen und haftet für allen durch ihn und die Seinigen verursachten Schaden. Wenn Feuer im Gute oder in der Nachbarschaft ausbricht, so ist Häurer schuldig, sich sogleich mit einem Eimer auf der Brandstelle einzufinden und nach den Anordnungen seiner Vorgesetzten beim Löschen behülflich zu sein, und darf die Brandstelle nicht früher verlassen, als bis ihm die Erlaubniß ertheilt ist. Im Ausbleibungsfalle hat Häurer 1 RBtlr 58 ß R.M. Brüche zu bezahlen.


Die Döhnsdorfer Hufenpächter, fünf an der Zahl, hatten sich mit 2 Mann und den Feuergerätschaften schleunigst auf der Brandstelle einzufinden. Diese Gerätschaften, Wilhelm Rath hat 1859 das Vorhandensein quittiert, bestand aus zwei Leitern, einem Feuerhaken und zwei Dachstühlen.





1 Fuß sind ca. 28 cm, so dass die eine Leiter etwa 4,50 m und die andere ca, 3,40 m Länge hatte. Wasbuck gehörte ja ebenfalls zum Gut Weißenhaus und dort gab es seinerzeit ebenfalls fünf Bauernstellen.


Bei Bränden standen im Gut also genügend Leitern und jede Menge Eimer und vor allem genügend Kräfte zur Verfügung, um zumindest eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ob und in welcher Anzahl Feuerspritzen durch die Gutsverwaltung angeschafft worden waren, ergibt sich aus den Pachtverträgen leider nicht.



Norbert Kahl im Januar 2010


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